Artikel zum Jahresbericht in der Vaihinger Kreiszeitung (VKZ) vom 17. 12. 2025.   (c) VKZ
Artikel zum Jahresbericht in der Vaihinger Kreiszeitung (VKZ) vom 17. 12. 2025. (c) VKZ

Jahresbericht/Aktivitäten 2025 NABU Vaihingen

Die VKZ hat darüber in ihrer Ausgabe vom 17. Dezember 2025 berichtet: auch 2025 kann der NABU Vaihingen auf ein erfolgreiches Jahr mit zahlreichen Aktivitäten zurückblicken. Dabei stehen die Erhaltung und nachhaltige Pflege sowie teils auch die Neuanlage von Amphibienbiotopen im Raum Vaihingen und Sachsenheim im derzeitigen Mittelpunkt unserer Arbeit. 

Ein Teichfrosch im NABU-Tümpel.  (c) NABU Vaihingen
Ein Teichfrosch im NABU-Tümpel. (c) NABU Vaihingen
Teichbaustelle im Enztal.  (c) NABU Vaihingen
Teichbaustelle im Enztal. (c) NABU Vaihingen

Etliche der etwa zwanzig von uns erfassten Tümpel befanden sich im fortgeschrittenen Zustand der Verlandung. Sie wurden von aktiven Mitgliedern der örtlichen NABU Gruppe Vaihingen/Enz und weiteren Helfern nach und nach, meist in mühsamer Handarbeit, von wuchernden Pflanzen oder gar Müll befreit.  Zudem wurden in den Herbst- und Wintermonaten neben mehreren kleinen auch zwei neue größere Laichgewässer angelegt. Einmal am Bahn-Viadukt  im Enztal bei Enzweihingen, zum anderen im Gewann „Muscherloch“ in der Nähe der Deponie Burghof bei Horrheim. Dieses Gebiet nahe der Metter ist wegen seines hohen Grundwasserspiegels und dem kaum wasserdurchlässigen Boden auch für weitere Maßnahmen verschiedenster Art besonders gut geeignet. 

Winterarbeit: Ausbaggern eines Laichgewässers im Mettertal.  (c) NABU Vaihingen
Winterarbeit: Ausbaggern eines Laichgewässers im Mettertal. (c) NABU Vaihingen

Amphibien stellen oftmals sehr unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. So benötigen z.B. die stark gefährdeten Wechselkröten oder auch die Gelbbauchunken kleinere, nicht zu tiefe und sonnenexponierte Gewässer. Sie bevorzugen lockere Kies- und Sandböden mit nur spärlicher Vegetation und werden auch als „Pionierarten“ bezeichnet, da sie oftmals zuerst an neu angelegten Gewässern erscheinen, welche noch frei von Fressfeinden wie etwa Fischen oder großen Libellenlarven sind. Andere Amphibienarten wie der Teichmolch, der sehr seltene Kammmolch oder auch der Laubfrosch, bevorzugen zur Fortpflanzung stärker bewachsene Kleingewässer. Daher sind verschiedenartige, räumlich voneinander getrennte und den Zielarten angepasste Lebensräume, wie sie ursprünglich in allen großflächigen Flussauen vorkamen, von großer Bedeutung. Trocknet ein Gewässer vor Abschluss der Amphibienentwicklung aus, bei vielen Arten wäre das etwa im Juli, sterben die Kaulquappen ab. Anderseits wirkt sich ein späteres Trockenfallen z. B. im Spätsommer durch die entstehende Dynamik und dadurch weniger Druck durch Fressfeinde positiv auf bestimmte Arten aus. Im Idealfall lässt sich bei einem künstlich angelegten Kleingewässer der Wasserstand regulieren, etwa durch den Einbau einer Abdichtung sowie einer Wasserablassmöglichkeit. 

 

Für wärme- und trockenliebende Arten wurde im Horrheimer Wiesental ein von Baumstämmen eingefasstes, mit einer Lehm- und Mutterbodenmischung befülltes Areal für Reptilien und Wildbienen angelegt.  

Das Eidechsen- und Wildbienen-Areal in Horrheim.  (c) NABU Vaihingen
Das Eidechsen- und Wildbienen-Areal in Horrheim. (c) NABU Vaihingen

Im Rahmen unseres Wiedehopf-Projektes haben wir für den ehemals hier heimischen Charaktervogel auf einer steilen Weinberg-Brache im Horrheimer „Rieser“ und im Naturdenkmal bei Großglattbach insgesamt drei weitere Nisthilfen installiert. Somit stehen inzwischen etwa 40 Nisthilfen im Großraum Vaihingen und warten darauf, von Wiedehopfen besiedelt zu werden.

Ein trauriger Wermutstropfen war der Verlust des vierten und kleinsten Jungstorches „unseres Storchenpaares“ am Horrheimer Sportplatz. Die Altvögel waren vermutlich aufgrund von Nahrungsmangel mit der Ernährung der Jungvögel überfordert, so dass das schwächste Tier kurzerhand von den Eltern aus dem Nest befördert wurde. Ein leider üblicher Vorgang bei so mancher Vogelart, aber auch eine Dreierbrut ist durchaus ein großer Erfolg.     

 

Die drei verbliebenen augenscheinlich gut entwickelten Jungstörche.   (c) NABU Vaihingen
Die drei verbliebenen augenscheinlich gut entwickelten Jungstörche. (c) NABU Vaihingen

Infolge einer schwachen Apfelernte eher gemütlich verliefen die drei Streuobst-Annahmetage der Vaihinger Streuobst-Initiative bei Getränke Ackermann in Sersheim. Der garantierte Auszahlungspreis von 20 € je 100 kg soll ein Anreiz sein, unsere stark bedrohten Streuobst-Bestände zu erhalten. Sind sie doch Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. 


Weitere Highlights waren die Teilnahme am Hoffest von Bioland Seemann in Eberdingen, am Gündelbacher Apfeltag und zum Jahresabschluss schon traditionell am Ensinger Weihnachtsmarkt mit unserem Verkaufs- und Infostand. Stets begehrt sind unsere selbstgebauten Nisthilfen für Vögel und Wildbienen, und so mancher Naturfreund freut sich über eine sachkundige Auskunft. 

Gewürdigt wurde unser ehrenamtliches Engagement auch durch eine großzügige Spende von EDEKA, die wir für weitere Naturschutzprojekte einsetzen wollen.

Der Erfolg des NABU Vaihingen/Enz hat bekanntlich viele Väter bzw. Mütter. Zu allererst ist da unser gut harmonierendes Team der Aktiven zu nennen, denn ohne den ehrenamtlichen Einsatz wären viele Naturschutz-maßnahmen im Lande schlicht nicht umsetzbar. Zum anderen freuen wir uns außerordentlich über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Vaihingen sowie befreundeten Vereinen oder engagierten Bürgern. 

Zu guter Letzt bleibt uns nun noch zu sagen: Wer sich aktiv für die Natur in unserem Umkreis einsetzen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen, beim NABU Vaihingen/Enz mitzumachen. Viele weitere Infos finden sie auf unserer Homepage www.nabu-vaihingen.de,  per E-Mail können Sie uns kontaktieren unter [email protected].

 

Lothar Grau