Abgerundetes Rechteck: März 2009
 

 

 

 

 

Ein neues Nest für Familie Adebar

Bereits 1995 haben Aktive unserer Gruppe versucht, den Weißstorch wieder anzusiedeln. Mit einem Autokran wurden damals in einer spektakulären Aktion zwei Holzmasten am Horrheimer Herdweg in einem Betonfundament montiert. Bestückt wurden sie mit je einer stabilen Nestkonstruktion aus massivem Eichenholz, verstärkt mit verzinkten Stahlplatten.


Um Störchen zum Ansiedeln zu animieren ist es erforderlich, dass sie einen Brutplatz vorfinden, der aussieht, als wäre er bereits im Vorjahr belegt gewesen. Dies wird erreicht, indem man das Nest vorab mit Zweigen und Schilfstroh auspolstert. Zur Abrundung kann man noch einige weiße Farbspritzer am Nestrand verteilen, welche Storchenkot imitieren sollen. Fachlich beraten wurden wir dabei vom Leiter des Tierparkes Tripsdrill, der schon einige Erfahrung im Umgang mit Störchen hat.


So konnten beide Nester am 20. März in rund fünfstündiger Arbeit auf diese Weise hergerichtet werden. Großzügig unterstützt wurden die Helfer vom Bauhof der Stadt Vaihingen, die ihr Hebebühnenfahrzeug mit Fahrer zur Verfügung gestellt hat. Keine Höhenangst und absolute Schwindelfreiheit waren schon Vorraussetzung für die wackelige Arbeit in rund 14 Meter Höhe. Aber Fahrzeuglenker Lutz, ohne dessen kompetenter Mitarbeit diese Naturschutzaktion gar nicht möglich gewesen wäre, brachte die Hebebühne stets sicher in jede Position.


Diese Storchennest-Aktion hätte kaum später stattfinden dürfen, denn die ersten so genannten Westzieher sind bereits im Lande. Sie wählen die Route über Spanien und Gibraltar. Sie sind meist etwas früher dran als die Ostzieher, die über die Türkei und Israel aus ihren angestammten Winter-quartieren nach Deutschland ziehen. Dabei können bis zu 12.000 Kilometer zurückgelegt werden. Ein wahrer Gewaltakt für diese Vögel, da sie den Segelflug bevorzugen und auf passende Thermik angewiesen sind. So fliegen sie bevorzugt an Gebirgen und Küsten entlang und meiden große freie Gebiete. Die Verluste liegen dabei bei ca. 70%. In Deutschland treffen dabei zuerst die männlichen Tiere ein. Sie besetzen ein Revier, das sie gegen andere Männchen erbittert verteidigen. Wenig später stellen sich dann die weiblichen Störche ein. Sie werden vom Männchen mit dem Schnabel klappend gelockt und empfangen. Jungstörche kehren erst nach erreichen der Geschlechtsreife nach etwa vier Jahren zurück.


Der Weißstorch bevorzugt trockene, der Savannen ähnliche Gebiete wie sie in Afrika vorkommen. In Deutschland werden eher extensiv genutzte Wiesenlandschaften besiedelt. Ihre Lieblings-speisen sind Großinsekten, Weichtiere und Mäuse. Diese Nahrung ist fetthaltig und nährstoffreich und spielt bei der Aufzucht der Jungvögel eine entschei-dende Rolle. Somit wird die Bedeutung von Feucht-gebieten und dazugehörigen Fröschen weitgehenst überschätzt.


Unbestritten ist, dass die anhaltende Lebensraum- zerstörung, eine intensive Landwirtschaft und die Vernichtung der Nahrungsgrundlagen, etwa der Insekten durch Pflanzenschutzmittel, am Bestand dieser noch immer stark bedrohten symbolträchtigen Vogelart zehren. Bleibt zu hoffen dass der Einsatz unserer NABU-Gruppe belohnt wird, und wir Adebar demnächst wieder bei uns im Mettertal beobachten können.

Die Holzkonstruktion wird überprüft
Die Holzkonstruktion wird überprüft

 Zweige werden eingeladen
Die vorbereiteten Zweige werden eingeladen,...

...um die Holzleisten geflochten...
...um die Holzleisten geflochten...

...und mit Draht fixiert,
...und mit Draht fixiert

Material für den Nestboden
Material für den Nestboden

Schilfpolster
Zuletzt wird das Nest mit Schilf ausgepolstert

Das fertige Nest
Das fertige Nest

Mast 2
Der zweite Mast

Wolfgang beim Flechten
Wolfgang beim Flechten

Gute Arbeit
Gute Arbeit!

Mast 2 ist fast fertig
Der zweite Mast ist fast fertig

 

Ein "Insektenhotel" wird errichtet

Spaziert man in Vaihingen die Kehlstraße hinauf, sieht man in der Nähe der Krugstätte ein seltsames Häuschen stehen. Es ist ein Insektenhotel.


Dieses Projekt ging auf der Initiative der Imker Gerhard Haffner und Reinhold Stettin zurück, die das Baumaterial gestellt und vorbereitet hatten. Mit Unterstützung der Stadt Vaihingen, die den "Bauplatz" zur Verfügung gestellt hat und unserer NABU-Gruppe konnte der Hotelbau am 28. April stattfinden.

Bild1
In die Holzkonstruktion werden als Nistmöglichkeiten hohle Pflanzenstängel, durchbohrte Hölzer und gelochte Ziegel verteilt.

 Bild2
Das Ganze wird mit Lehm eingebettet.

Bild3
Dieser Teil der Arbeit macht offensichtlich richtig Spaß.

Bild4
Der fertige Aufbau

Bild5
Gerhard Haffner und Reinhold Stettin können stolz auf ihr Werk sein.

Bild6
Reinhold Grözinger hat die Beiden kräftig unterstützt.

Bild7
Der neue Blickfang am Vaihinger Kehlweg

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